Wie viel die Einrichtung einer Ferienwohnung kostet, hängt vor allem von drei Dingen ab: der Zahl der Schlafplätze, der Gästegruppe, die Sie ansprechen wollen, und davon, ob Küche und Bad bereits vollständig ausgestattet sind. Eine verlässliche Pauschale gibt es nicht. Sinnvoll ist eine eigene Liste je Raum mit realistischen Preisen für langlebige, leicht zu reinigende Stücke, ergänzt um einen Puffer für Kleinteile, die man beim ersten Durchgang fast immer vergisst. Diese Summe gehört in die Gesamtinvestition und meist ins Eigenkapital, weil viele Banken Möbel nicht mitfinanzieren.

Warum die Einrichtung anders geplant wird als die eigene Wohnung

Eine Ferienwohnung wird nicht für einen Bewohner eingerichtet, sondern für viele, die sich kurz in ihr zurechtfinden müssen. Die Gäste wollen wenig suchen, viel vorfinden und in Fotos einen klaren Eindruck bekommen. Gleichzeitig wird jedes Teil stärker beansprucht und muss in kurzer Zeit gereinigt werden können. Daraus folgen drei Prinzipien: robust statt empfindlich, einheitlich statt zusammengewürfelt, ersetzbar statt einzigartig. Ein Sofa, dessen Bezug abnehmbar und nachkaufbar ist, spart Ihnen später mehr als ein schönes Einzelstück.

Die Budgetliste nach Räumen

Gehen Sie die Wohnung gedanklich so durch, wie ein Gast sie erlebt.

Schlafbereich. Betten und vor allem Matratzen sind die wichtigste Einzelinvestition, weil Bewertungen häufig am Schlafkomfort hängen. Dazu Matratzenschoner, Kissen, Decken, mindestens zwei bis drei Garnituren Bettwäsche je Bett, damit eine im Umlauf und eine in Reserve ist.

Küche. Wenn eine Einbauküche vorhanden ist, bleiben Geschirr, Besteck, Töpfe, Pfannen, Wasserkocher, Kaffeemaschine und Grundvorräte. Fehlt die Küche oder ist sie alt, wird dieser Posten schnell der größte.

Bad. Handtücher in mehreren Sätzen, Föhn, Spiegel mit Licht, Ablagen. Ist das Bad sanierungsbedürftig, ist das keine Einrichtung, sondern eine Renovierung, die Sie gesondert kalkulieren.

Wohnbereich. Sitzgelegenheiten für alle Schlafplätze, ein Tisch, an dem alle essen können, Fernseher, gutes Licht. Ein Arbeitsplatz macht die Wohnung für Geschäftsreisende und längere Aufenthalte interessanter.

Technik und Sicherheit. WLAN-Router, gegebenenfalls ein Schlüsselsafe oder elektronisches Schloss, Rauchmelder (in Sachsen für Wohnungen ohnehin vorgeschrieben), Feuerlöscher oder Löschdecke, Erste-Hilfe-Set.

Reinigung und Lager. Staubsauger, Putzmittel, Ersatzwäsche, abschließbarer Schrank für Ihre Vorräte. Ohne Stauraum wird jede Reinigung aufwendiger.

Fotos. Professionelle Fotos sind keine Einrichtung, gehören aber in dasselbe Startbudget, weil die Investition ohne sie kaum wirkt.

Ein frei erfundenes Beispiel für die Struktur

Die Zahlen sind ausgedacht und gerundet und sagen nichts über tatsächliche Preise. Für ein Apartment mit zwei Schlafplätzen setzt ein Käufer an: Schlafen 2.000 Euro, Küche 1.500 Euro, Wohnen 2.000 Euro, Bad und Textilien 800 Euro, Technik und Sicherheit 700 Euro, Fotos 500 Euro, Puffer 1.000 Euro. Summe 8.500 Euro. Wichtig ist nicht die Höhe, sondern dass jede Zeile durch konkrete Angebote belegt ist und der Puffer nicht fehlt.

Wo sich Sparen rächt und wo nicht

Am Bett und an der Matratze zu sparen, zeigt sich schnell in den Bewertungen. Auch billige Küchengeräte sind eine schlechte Wahl, weil ein defekter Wasserkocher am Abreisetag niemanden mehr erreicht, der ihn ersetzt. Bei Deko, Bildern und Kissen dagegen genügt Einfaches, denn diese Dinge verschwinden, verblassen oder werden beschädigt. Kaufen Sie lieber Serien, die ein Möbelhaus länger im Sortiment führt: Ein einzelner kaputter Stuhl lässt sich dann nachkaufen, ohne dass der Essplatz zusammengewürfelt wirkt. Und denken Sie an den Weg in die Wohnung. Ein Sofa, das nicht durch das Treppenhaus passt, ist der klassische Fehlkauf in Altbauten.

Was nach dem Start dazukommt

Die Einrichtung ist keine einmalige Ausgabe. Wäsche, Geschirr und kleine Geräte werden laufend ersetzt, Matratzen und Polstermöbel deutlich früher als in einer selbst genutzten Wohnung. Planen Sie dafür eine jährliche Rücklage ein; sie gehört zu den laufenden Kosten einer Ferienwohnung.

Einrichtung übernehmen statt neu kaufen

Wird eine Ferienwohnung möbliert verkauft, sparen Sie Zeit und können sofort starten. Prüfen Sie aber Zustand und Alter der Teile genau und lassen Sie das Inventar mit einer Liste und einem eigenen Preis im Kaufvertrag aufführen. Warum das sinnvoll ist und welche Fallstricke es gibt, beschreibt die Seite Ferienwohnung mit Inventar kaufen.

Hinweis: Diese Seite gibt allgemeine Informationen und ist keine Anlage- oder Steuerberatung.