Mit welchen Einnahmen Sie rechnen können, ergibt sich aus der Zahl der vermieteten Nächte, dem tatsächlich erzielten Durchschnittspreis je Nacht und den Abzügen, die vor der Auszahlung anfallen. Seriös ist nur eine Schätzung je Saisonphase mit vorsichtigen Preisen, die auf vergleichbaren Wohnungen in derselben Lage beruht. Eine pauschale Monatssumme, wie sie in Verkaufsanzeigen auftaucht, sollten Sie nicht übernehmen, ohne die Belege dahinter gesehen zu haben.

Der Unterschied zwischen Preis und Erlös

Ein Inserat für 100 Euro die Nacht bringt nicht 100 Euro pro gebuchter Nacht. Dazwischen liegen Wochen- und Monatsrabatte, Preissenkungen für kurzfristig freie Tage, Gutscheine, Stornierungen und die Provision der Plattform. Je nach Gebührenmodell zahlt der Gast einen Teil der Plattformgebühr, Sie den anderen, oder Sie tragen sie ganz. Entscheidend für Ihre Rechnung ist der Betrag, der auf Ihrem Konto ankommt.

Sinnvoll ist deshalb eine Kennzahl, die Branchenleute als Erlös je verfügbarer Nacht bezeichnen: Gesamteinnahmen geteilt durch alle Nächte, an denen die Wohnung angeboten war. Sie verbindet Preis und Auslastung zu einer Zahl und verhindert, dass eine hohe Auslastung bei niedrigen Preisen oder hohe Preise bei Leerstand schöngerechnet werden.

Schritt für Schritt zur Umsatzschätzung

  1. Legen Sie Saisonphasen fest, wie unter Auslastung realistisch einschätzen beschrieben.
  2. Ermitteln Sie je Phase einen realistischen Nachtpreis. Nehmen Sie nicht die Spitzenpreise von Messetagen als Durchschnitt, sondern das, was vergleichbare Wohnungen an normalen Tagen dieser Phase verlangen und offenbar auch bekommen.
  3. Multiplizieren Sie je Phase Nächte und Preis.
  4. Ziehen Sie pauschal einen Abschlag für Rabatte, Stornos und Preisanpassungen ab.
  5. Ziehen Sie die Provisionen der Plattformen nach deren aktuellem Gebührenmodell ab.
  6. Rechnen Sie Reinigungspauschalen separat und setzen Sie dieselbe Größenordnung als Kosten an.

Das Ergebnis ist Ihr erwarteter Nettoumsatz. Was davon nach Kosten übrig bleibt, behandelt die Seite Rendite einer Ferienwohnung berechnen.

Welche Faktoren die Einnahmen in Leipzig prägen

Die Größe der Wohnung bestimmt die Zielgruppe. Ein Apartment für zwei Personen konkurriert mit Hotelzimmern, eine Wohnung für vier bis sechs Personen eher mit anderen Ferienwohnungen und kann Familien oder Gruppen ansprechen, die im Hotel mehrere Zimmer bräuchten. Das wirkt auf Preis und Belegung zugleich.

Auch Ausstattung zählt: Küche, Waschmaschine und ein Arbeitsplatz machen eine Wohnung für längere Aufenthalte interessant, etwa für Projektarbeit oder Messeaufbauten über mehrere Tage. Ein Stellplatz kann in innenstadtnahen Lagen ein echtes Argument sein. Wie stark solche Merkmale in Leipzig den Preis tragen, lässt sich nur am Vergleich konkreter Inserate erkennen, nicht pauschal sagen.

Ereignisse wie große Messen oder Konzerte erhöhen die Preise an einzelnen Tagen deutlich. Für das Jahresergebnis sind sie aber weniger wichtig, als es scheint, weil es nur wenige solcher Tage gibt. Die vielen gewöhnlichen Wochentage entscheiden mehr.

Ein ausgedachtes Beispiel zur Plausibilitätsprüfung

Die Zahlen sind frei erfunden und dienen nur dazu, die Prüfung zu zeigen. Ein Verkäufer gibt 30.000 Euro Jahresumsatz an. Bei einem angenommenen Durchschnittspreis von 100 Euro wären dafür 300 bezahlte Nächte nötig, also an mehr als vier von fünf Tagen des Jahres ein Gast. Fragen Sie nach, ob diese Zahl inklusive Reinigungsgebühren gemeint ist, ob sie aus einem einzelnen Ausnahmejahr stammt und wie die Auszahlungsberichte aussehen. Diese einfache Rückrechnung entlarvt viele überhöhte Angaben.

Mindestaufenthalt und Wechseltage

Zwei Stellschrauben, die Käufer oft übersehen, sind der Mindestaufenthalt und die Wechseltage. Wer nur Buchungen ab drei Nächten annimmt, hat weniger Reinigungen und weniger Arbeit, verliert aber die kurzen Wochenendgäste und Einzelnächte bei Veranstaltungen. Wer jede Einzelnacht annimmt, füllt mehr Lücken, zahlt aber für jede davon eine Reinigung. Welche Regel in Ihrer Lage funktioniert, zeigt der Blick auf vergleichbare Inserate. Rechnen Sie Ihre Umsatzschätzung für die Regel, die Sie tatsächlich einsetzen wollen.

Einnahmen, die Sie verlieren können

Wer eine laufende Ferienwohnung kauft, übernimmt nicht automatisch deren Erfolg. Bewertungen und Ranking eines Inserats hängen meist am Konto des bisherigen Vermieters. Ein neues Inserat beginnt oft ohne Bewertungen und braucht Zeit, bis es ähnlich gebucht wird. Kalkulieren Sie für das erste Jahr deshalb bewusst vorsichtiger.

Hinweis: Diese Seite gibt allgemeine Informationen zur Schätzung und ist keine Anlageberatung. Einnahmen aus Ferienvermietung schwanken und sind nicht zugesichert.